Autor & Journalist

Vom Mühlendorf zum Stadtteil Hamburgs

eidelstedtbuch

Erschienen im Born-Verlag 2000 ISBN 3-00-006659-4Das Buch ist erhältlich im Eidelstedter Heimatmuseum. Tel. 040/570 95 99

Vorwort

Geschichte lebendig zu vermitteln, ist schon eine Kunst für sich. Eine normale Präsentation lockt keine Besucherscharen mehr in die Museen. Zugkräftiger hingegen sind „Sonderthemen“ und Veranstaltungen, die den üblichen Rahmen sprengen. Eine andere, noch sehr junge Spielart der „lebendigen“ Museumsarbeit sind Stadtteilrundgänge! Das kleine Eidelstedter Heimatmuseum hat diese „Historischen Stadtteilrundgänge“ erstmals 1991 mit erfreulicher Resonanz durchgeführt. Geleitet wurden sie von älteren, ortskundigen Eidelstedterinnen, die noch wissen, wie es „früher“ war. Damals, als es in Eidelstedt noch große Bauernhöfe gab, die Kinder sorglos auf der Straße spielen konnten und der Mühlenteich im Winter zum Schlittschuhlaufen einlud. Sie erzählen gerne von der „guten alten Zeit“, eben ihrer Zeit. Wegen des großen Erfolges sind diese „Historischen Stadtteilrundgänge“ später wiederholt worden. Doch die ortskundigen Erzähler werden älter, stehen immer seltener für diese kraftzehrenden Einsätze zur Verfügung. Durch fortschreitende Bebauung sind einige der genannten Stationen bereits beseitigt worden (Gummiwerke Ellerbrock, „Alabama“-Kino, Reste der Wassermühle). Deshalb habe ich gerne die Anregung aufgegriffen, die Rundgänge in einem bebilderten Geschichtswerk festzuhalten. Das erscheint mir um so notwendiger, als die beiden Eidelstedter Chroniken, die 1926 und 1965 herauskamen, längst vergriffen sind. Das nun vorliegende Buch konnte nur durch die enge Zusammenarbeit mit den Freunden des Eidelstedter Heimatmuseums entstehen. Möge diese Chronik dazu beitragen, Neugierde auf die Eidelstedter Geschichte zu wecken und schöne Erinnerungen wach zu halten.

Peter Jäger, Hamburg-Eidelstedt, im September 2000

Zum Geleit

Magrete Wulf-Slabaugh Leiterin der Fachdienststelle Stadtteil- und Soziokultur, Kulturbehörde Hamburg

Magrete Wulf-Slabaugh
Leiterin der Fachdienststelle Stadtteil- und Soziokultur, Kulturbehörde Hamburg

Als ich den Redakteur Peter Jäger vor mehr als zwanzig Jahren in Eidelstedt kennenlernte, war der Stadtteil, für den er eine Zeitung machte, schnell gewachsen, aber kulturell nicht sehr attraktiv. Es gab ein Programm-Kino – das „Alabama“, das tapfer gegen die großen Lichtspielhäuser und das Fernsehen ankämpfte. Aber sonst? Keine Freizeit-Einrichtungen, keine kulturellen Angebote. Das sollte sich ändern, als 1978/79 der Bürgervereinsvorsitzende Fritz Lorenz gemeinsam mit anderen Aktiven aus Eidelstedt ein „Bürgerhaus“ forderte. Sie wollten die traditionsreiche, ausgediente Elbgauschule retten, um darin ein Stadtteil- und Kommunikationszentrum aufzubauen. Die Zeichen der Zeit standen günstig, da der Senat die Förderung der Stadtteilkultur 1978 zu einem Schwerpunkt der Kulturpolitik erklärt hatte und in Eidelstedt nicht nur „gefordert“, sondern aktiv angepackt wurde. Bald erfüllte neues Leben die alte Schule. Der Erfolg blieb nicht aus, wozu sicher „die Presse“ maßgebend beitrug, denn der Eidelstedter Anzeiger berichtete über alle Schritte der Initiative. Später erfuhr ich auch über viele Aktivitäten des Bürgerhauses aus seiner Zeitung, die mir regelmäßig auf den Schreibtisch flatterte. Das nannte er „Starthilfe für die Stadtteilkultur“. Eine solche Hilfe ist wichtig, damit möglichst viele Menschen zum Mittun angeregt werden. Bald danach, im Herbst 1984, konnte im Eidelstedter Bürgerhaus ein Heimatmuseum eröffnet werden. Sehr aktive Eidelstedter hatten mit Hilfe von Jung und Alt Schätze aus der Ortsgeschichte geborgen. Der Einrichtung kam auch die tatkräftige Unterstützung durch die Rungwisch-Schule zugute. Wie man sieht, waren es weniger „alternative Konzepte“, die in Eidelstedt ausprobiert wurden. Aber mit viel ehrenamtlichem Einsatz wurden hier abwechslungsreiche Programm-Angebote für den Stadtteil Eidelstedt geschaffen. Peter Jäger, der Verfasser dieser Chronik, hat in Zusammenarbeit mit dem Eidelstedter Heimatmuseum ein neues Beispiel für die Vielfalt der Eidelstedter Stadtteilkultur vorgelegt. Ich wünsche ihm und dem Bornverlag gute Verbreitung für dieses interessante Geschichtsbuch und den Lesern eine spannende „Spurensuche“ im Stadtteil Eidelstedt. .